Die Seuche Sucht hinter sich lassen

Zu verstehen, was Sucht überhaupt ist, ist ein wichtiger Schritt, um sie hinter sich zu lassen. Wir müssen uns aber auch auf den Herrn stützen und daran glauben, dass er uns heilen kann.

Wenn jemand mit einer Sucht zu kämpfen hat, ist es wichtig zu wissen, dass es Hoffnung gibt. Jeden Tag gibt es überall auf der Welt Menschen, die es schaffen, sich von den Substanzen oder den Verhaltensweisen zu befreien, die sie gefangen halten. Dies bedarf gebündelter persönlicher Anstrengung, man muss die für sich ganz individuellen Faktoren verstehen, die einen im Suchtkreislauf gefangen halten, und man braucht den Glauben, dass man auf dem Weg zur Freiheit Inspiration von Gott empfangen kann.

Seit 38 Jahren helfe ich nun schon Menschen, ihre Sucht zu überwinden. Im Laufe der Jahre hat sich das Verständnis von Sucht weiterentwickelt und auch die Behandlungsmethoden haben sich verbessert. Und ich vermute ganz stark, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzt. Obwohl die Wissenschaftler beim Thema Suchtforschung vor schwierigen Fragen stehen, machen wir weiterhin gute Fortschritte. Die hier vorgestellten Erkenntnisse beruhen zwar auf dem aktuellen Wissensstand, wir gehen aber davon aus, dass es in Zukunft noch weitere Erkenntnisse geben wird, die mehr Licht ins Dunkel bringen.

Was Sucht eigentlich ist

Ich weiß, wie schmerzlich es ist, wenn man mit einer Sucht zu kämpfen hat, aber man muss zunächst einmal selbst verstehen, was Sucht überhaupt ist. Hier einige wesentliche Punkte, die Aufschluss darüber geben:

  1. Eine Sucht beginnt, wenn man einer bestimmten Sache das erste Mal ausgesetzt ist, und endet mit Abhängigkeit. Wo auch immer man sich zwischen diesen beiden Enden des Spektrums befindet, man kann immer noch ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit ausüben und einen Weg aus dem Suchtverhalten zu finden.
  2. Jemanden als Süchtigen abzustempeln, kann dessen Fortschritt langfristig untergraben. Das gilt besonders, wenn sich das Suchtverhalten noch im Anfangsstadium befindet. Ihn als Genesenden zu bezeichnen, scheint viel hilfreicher zu sein. Damit sagt man im Prinzip: „Du stützt dich auf den Erretter und sein Sühnopfer, um mehr wie er zu werden“, anstatt: „Du bist für immer in der Sünde gefangen.“
  3. Alle Suchterkrankungen haben mehrere Komponenten: biologische (Genetik, Hirnchemie usw.), psychologische (Selbstwert, Persönlichkeitsmerkmale, posttraumatischer Stress usw.), soziale (Eltern, Freunde, Kultur usw.) und geistige (Religionsausübung als Einzelner oder als Familie usw.). Die Kombination dieser Komponenten und ihre Ausprägungen sind meist so individuell wie die Menschen selbst. Und jede Komponente mag, was den Betroffenen in seiner Ganzheit betrifft, ganz konkrete, individuelle Aufmerksamkeit erfordern, damit dieser sich von dem negativen Verhalten befreien kann.

Anzeichen für den Weg in eine Sucht

Hier sind einige Anzeichen dafür, dass jemand sich vielleicht eine Gewohnheit aneignet, aus der zunächst ein Zwang und dann eine Sucht entstehen könnte:

  1. Besessenheit: Man verliert das Interesse an Tätigkeiten, die einem guttun, da die schädliche Substanz oder das unzuträgliche Verhalten allmählich die Oberhand gewinnt.
  2. Vermehrtes Verlangen: Man will nach und nach immer mehr.
  3. Heimlichtuerei: Man hält sich zunehmend bedeckt und gewährt anderen wenig bis gar keinen Einblick in seine Entscheidungen und Verhaltensweisen.
  4. Verleugnung: Man belügt sich selbst im Hinblick auf die zunehmende Abhängigkeit und glaubt seinen eigenen Lügen.
  5. Entzug: Wird einem der Zugang zu den schädlichen Substanzen oder Verhaltensweisen verwehrt, schwindet das Wohlbefinden.
  6. Rückfall: Obwohl einem die negativen und weitreichenden Auswirkungen bekannt sind, kehrt man zu der Substanz oder dem Verhalten zurück.

Darüber hinaus ist der Betroffene selbst in der Regel nicht imstande, genau zu beurteilen, inwieweit er bereits abhängig ist, sobald eine Gewohnheit entstanden ist. Wenn Sie sich fragen, ob sich einer Ihrer Lieben auf dem Weg in eine Sucht befindet, gibt es sowohl in größeren Städten als auch im Internet viele Hilfsangebote.

Eine Frau in ein Auto, fragt sich selbst, wie kann man Sucht hinter sich lassen?

Der Weg zur Genesung

Die Verantwortung für einen Wandel liegt bei jedem selbst. Familie und Freunde können zwar Unterstützung leisten, aber niemanden in seiner Entscheidungsfreiheit beschneiden. Wenn der Betroffene nicht den Wunsch hat, sich zu ändern, wird keine Behandlungsform erfolgreich sein.

Der Weg zur Genesung sieht für jeden anders aus. Aufgrund der individuell mehr oder weniger starken Ausprägung der vier oben genannten Faktoren (biologisch, psychologisch, sozial und geistig) gibt es keinen Behandlungsansatz, der sich für jeden Genesenden eignet. Die eigene intensive Beschäftigung mit dem Weg zur Genesung, das Konsultieren von Experten sowie die innere Verpflichtung, durchzuhalten, bis eine Lösung gefunden wurde, führen letztlich zum Erfolg.

Unbehandelte Suchterkrankungen können nicht nur im Leben des Betroffenen einen Scherbenhaufen hinterlassen, sondern sich auch negativ auf dessen Angehörige und Freunde auswirken. Diese liebevollen, hilfsbereiten Menschen brauchen ebenfalls Unterstützung und Zuwendung.

Es liegt zwar in Gottes Macht, die Betroffenen von dieser Herausforderung zu befreien, wenn sie dies zulassen, aber in seiner unendlichen Weisheit möchte er, dass sie etwas lernen, während sie mit ihm auf eine Lösung hinarbeiten. Praktisch jeder, der sich von einer Sucht befreit hat, kann Zeugnis dafür geben, dass er aus dem Sieg über sein Laster etwas gelernt hat.

Hilfsangebote im Internet

Die Kirche hat folgende Websites bereitgestellt, um Ihnen das Thema Sucht verständlich zu machen:

addictionrecovery.churchofjesuschrist.org

overcomingpornography.org

Als Führungsbeamter der Kirche finden Sie unter counselingresources.lds.org Hinweise und Rat, um Genesenden und deren Familien zu helfen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es auch Organisationen und Websites als Hilfestellung zur Suchtbewältigung, wie zum Beispiel:

bundesgesundheitsministerium.de 

hilfe.diakonie.de/hilfe-bei-sucht

www.suchthilfe.wien 

www.suchtschweiz.ch

Dr. Kevin Theriot

Familiendienst der Kirche

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