Mutterschaft

Ich bin eine Tochter Gottes. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse meines Lebens. Ich bin eine Mutter von drei wunderbaren Kindern, sowie drei Enkelkindern. Dies ist eine der größten Segnungen meines Lebens. Das eine, hilft mir das andere voller Dankbarkeit anzunehmen und wertzuschätzen.

Eine Mutter zu werden, wie auch ein Vater, geschieht ganz ohne Gebrauchsanweisung, was beinhaltet, dass Fehler vorprogrammiert sind. Trotzdem hält unser Himmlischer Vater uns für fähig, uns mit einer so großen Aufgabe zu betrauen. Wir dürfen seine Geistkinder in diese Welt hineinzubringen und sie auf ihrem Lebensweg begleiten. Ja, er vertraut uns seine Kinder an, um sie so sicher wie es nur irgendwie geht, wieder zu ihm zurückzubringen.

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Mutterschaft ist eine große Herausforderung. Sie birgt das große Wunder von Schwangerschaft und der Geburt in sich. Ebenso beinhaltet sie auch die Herausforderungen des Alltags, die oftmals an die Grenzen des Belastbaren gehen. Sie beinhaltet das helle Lachen eines Kindes, wenn es glücklich ist und auch sein herzzerreißendes Weinen, bei Kummer und Schmerz. Sie beinhaltet das miteinander Tollen und Toben genauso, wie das Wachen und Bangen bei Krankheit und so Vielem mehr.

Eine gute Mutter zu sein, bedeutet sein Leben für ein anderes zu geben, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Die Liebe, Nähe und das tiefe Vertrauen eines Kindes zu erwerben und zu behalten, ist unbeschreiblich kostbar und entschädigt für all die großen Anstrengungen, die das Muttersein mit sich bringt.

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Sheri L. Dew hat 2002 Folgendes gesagt: „Denn der Satan hat der Mutterschaft den Krieg erklärt. Er weiß, das diejenigen, die die Wiege schaukeln, sein irdisches Reich erschüttern können. Und er weiß, dass das Reich Gottes ohne rechtschaffene Mütter, die die nächste Generation lieben und führen, scheitern wird.“

Sie weist auf die Propheten aus alter und neuerer Zeit hin, die die Mutterschaft als den höchsten und heiligsten Dienst der Menschheit bezeichneten. Weiter macht sie deutlich, dass wenn wir die große Bedeutung der Mutterschaft begreifen, es uns klar wird, warum die Propheten die heiligste Aufgabe der Frau so beschützen.

In den Zeiten, in denen die Kinder heranreifen, ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und oft genug nicht wissen wohin mit sich selbst, können und müssen wir unsere Liebe zu ihnen auf besondere Weise unter Beweis stellen. In diesen Jahren sollten wir Mütter uns auf den Schatz besinnen lernen, den wir hoffentlich angelegt haben, als noch alles so einfach schien. In den Zeiten, wenn unsere Kinder mit sich selbst nicht im Reinen und auf der Suche nach ihrer eigenen Identität sind, brauchen sie auf besondere Weise unsere Liebe, unsere Geduld und unser Verständnis. Dies ist die Zeit, in der wir von dem zurückgeben können, mit dem sie uns so viele Jahre beschenkt haben, ohne etwas dafür zu fordern.

Ich habe es immer geliebt eine Mutter zu sein. Doch es ist nicht so, dass es nicht auch Zeiten von Verzweiflung, von Frustration und Hilflosigkeit gegeben hätte, ganz im Gegenteil. In diesen Zeiten habe ich gelernt, dass vor allem meine Erkenntnis eine Tochter Gottes zu sein, das Wichtigste für mich war und immer noch ist.

All meine Liebe und meine Kraft, die ich als Mutter, Ehefrau, Schwester und Freundin in meinem Leben brauche, erhalte ich aus meinem Glauben. Ich schöpfe sie aus der einzigen Quelle, die niemals versiegt und deren Wasser Trost, Erkenntnis und Heilung gibt. Ich liebe es mich an meinen Himmlischen Vater zu wenden und um Hilfe zu bitten. Ich liebe es in den Heiligen Schriften zu studieren, um mir Rat bei meinem Erlöser Jesus Christus zu holen, der ja auch mein Bruder ist. Er hat in allem ein Muster vorgegeben hat, damit wir nicht orientierungslos durch Leben irren müssen.

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Als ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage weiß ich, dass Mutterschaft so viel mehr ist als Kinder zu gebären. Und ich weiß von vielen Frauen, denen es nicht gegeben ist, eine Mutter zu sein so wie die Welt es sieht. Ihnen möchte ich sagen: „Mutter zu sein ist soviel mehr und die Möglichkeit Kinder zu bekommen beschränkt sich nicht nur auf dieses irdische Leben.“

Sheri L. Dew, selbst betroffen, hilft uns zudem einen tieferen Einblick auf das Frauentum zu erlangen. Sie sagt: „Mutterschaft ist mehr als Kinder zu bekommen – obwohl das natürlich dazugehört. Sie ist der Inbegriff dessen, wer wir sind. Sie definiert unsere Identität, unser göttliches Wesen und die einzigartigen Eigenschaften, die der Vater uns mitgegeben hat.“ Sie nimmt Bezug auf Eva, ihre Stellung und ihren Auftrag im vorirdischen Leben und macht deutlich: „Von allen Wörtern, mit denen man die Rolle und das Wesen Evas hätte definieren können, nannten Gott der Vater und Adam sie die Mutter aller…., die leben – und das taten sie bevor sie Kinder zur Welt gebracht hatte. Wie bei Mutter Eva begann auch unsere Mutterschaft vor unserer Geburt.“

Matthew Cowley lehrte: „Die Mütter, die Frauen kommen mit dem angeborenen Recht, der angeborenen Vollmacht, Erretter von Menschenseelen zu sein, auf die Welt.“ Und Präsident Hinckley betonte: „Gott hat den Frauen etwas Göttliches eingepflanzt. Dieses Etwas sind die Gabe und die Gaben der Mutterschaft.“

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In meinem Leben habe ich viele wunderbare Frauen und Mütter kennengelernt. Einige von ihnen waren weder verheiratet, noch hatten sie Kinder oder waren ein Mitglied der Kirche Jesu Christi und hatten doch aus sich heraus verstanden, was es bedeutet, die Gaben der Mutterschaft anzuwenden. Sie haben mein Leben maßgeblich zum Guten beeinflusst. Besonders in den Zeiten meiner Kindheit und Jugend, als ich mich verloren und manchmal auch sehr verlassen gefühlt habe.

Sie waren es, diese Frauen, die nie selbst Kinder großgezogen hatten, die mir Hoffnung auf eine erstrebenswerte Zukunft gegeben haben, ebenso das Gefühl von Geborgenheit. Ich bin mir sicher, dass ich ohne ihre Hilfe weder die Tochter Gottes, noch die Mutter und Großmutter geworden wäre, die ich heute sein darf. Somit widme ich heute am Muttertag meine Gedanken und meinen Dank besonders ihnen.

Heike Dröge

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