Der Zeitplan des Herrn ist wirklich besser als unser eigener

Der Herr hat mir gezeigt, dass wir manchmal das größte Wachstum erleben, während wir abwarten.

Hast du schon einmal den Eindruck gehabt, festzustecken, und dich gefragt, ob du vielleicht einen anderen Weg einschlagen oder doch lieber noch zuwarten solltest, bis der Herr einiges für dich in die Wege leitet? Wenn ja, willkommen in meiner Welt. Aber ein Erlebnis hat mir geholfen, dieser Zwickmühle zu entkommen. Dazu musste ich allerdings auf den Herrn vertrauen.

Eine tolle Chance

In meinem ersten Studienjahr erwähnte mein Professor, dass an der Uni eine Lektoratsstelle frei werde. Da ich kurz zuvor meine Leidenschaft für das Lektorat entdeckt hatte, wollte ich diese Stelle unbedingt haben. Aber ich beschloss, abzuwarten und mich erst in den Semesterferien zu bewerben.

Als ich mich dann im Winter bewarb, stellte ich enttäuscht fest, dass keine Stelle mehr frei war. Ich nahm an, ich hätte zu lange gewartet und meine Chance verpasst. Dennoch wurde ich den Eindruck nicht los, dass ich diese Stelle bekommen sollte. Ich fragte mich, wieso es wohl nicht geklappt hatte, wo mich doch anscheinend der Vater im Himmel dazu gedrängt hatte. Hatte ich nicht schnell genug gehandelt?

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Vorbereitung durch den Herrn

Ich machte mir Gedanken darüber, wie der Vater im Himmel mir hilft, Offenbarung zu empfangen. Dabei wurde mir klar, dass es ein Segen gewesen sein könnte, die Stelle nicht zu bekommen, da dies zu meiner Weiterentwicklung beitragen sollte. Vielleicht musste ich noch dazulernen, bevor ich bereit war.

Ich beschloss, an meinen Fähigkeiten zu arbeiten, und obwohl ich Bedenken hatte, die Bewerbung nun noch ein paar Semester hinauszuschieben, versicherte mir der Heilige Geist, dass dies die richtige Entscheidung war.

Ich wartete also darauf, dass die Stelle wieder ausgeschrieben werde, lernte in der Zwischenzeit mehr über die Arbeit einer Lektorin und vertiefte mein Verständnis von der englischen Sprache. Ich gewann an Selbstvertrauen, was meine Fähigkeiten als Lektorin anging, und eignete mir bei der Gelegenheit auch noch weitere Fähigkeiten an. Es stellte sich heraus, dass ich all diese Fähigkeiten brauchte, bevor ich ernsthaft für diese Stelle in Betracht gezogen werden konnte.

Rückblickend ist mir klar, dass der Herr mich in dieser Zeit geführt und mir geholfen hat, die Fähigkeiten zu erwerben, die eine gute Lektorin braucht. Wenn ich damals nicht den Eindruck gehabt hätte, ich solle mich sehr wohl um die Stelle bewerben, hätte ich mich in der Folge vielleicht nicht so sehr angestrengt, eine bessere Lektorin zu werden.

Der Herr sagte zu Abraham:

„Fürwahr, ich will dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen.

So erlangte Abraham durch seine Ausdauer die Verheißung.“ (Hebräer 6:14,15.)

Der Herr hat auch mich reich gesegnet. Als ich mich erneut um die Stelle bewarb, legte ich einen aktualisierten Lebenslauf vor, in dem ich alle neu erworbenen Fähigkeiten aufzählte, und wurde binnen einer Woche eingestellt. Letzten Endes wusste der Herr mehr als ich darüber, wann ich für diese Stelle bereit sein würde.

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Sein Zeitplan ist vollkommen

Ich musste zur rechten Zeit am richtigen Ort sein und die richtige Kombination an Fähigkeiten und Wissen haben, damit der Herr mich mit dem segnen konnte, was ich mir wünschte. Elder J. Devn Cornish, ein emeritierter Generalautorität-Siebziger, hat gesagt: „Er kennt jeden von uns persönlich und liebt uns – jeden Einzelnen. Er möchte uns segnen.“

Wenn ich, als ich die Stelle anfangs nicht bekam, gewusst hätte, dass ich einfach ruhig sein und auf den Herrn harren musste (siehe Psalm 37:7), hätte ich vielleicht schon früher bemerkt, dass der Herr mir dadurch half, eine kompetentere Lektorin zu werden.

Am Ende war der Zeitpunkt richtig. Und als ich die Stelle bekam, fand ich sie wirklich toll. Ich freundete mich mit den übrigen Mitarbeitern an, und wir lernten dem Urteil des anderen zu vertrauen und halfen einander bei der Arbeit und auch ganz allgemein im Leben. Ich war sehr dankbar für das Wachstum, zu dem mich der Vater im Himmel zuvor angespornt hatte. Ohne diese Weiterentwicklung wäre ich für die Stelle nicht bereit gewesen.

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„Nein“ kann auch „noch nicht“ bedeuten

Präsident Dallin H. Oaks, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat gesagt: „Der Zeitplan des Herrn spielt … bei den wichtigen Ereignissen im Leben eine Rolle. In einer tiefgründigen Schriftstelle in Lehre und Bündnisse heißt es, dass wir bestimmte geistige Erfahrungen ‚zu seiner eigenen Zeit‘ und ‚auf seine eigene Weise und gemäß seinem eigenen Willen‘ machen [Lehre und Bündnisse 88:68]. Dieser Grundsatz bezieht sich auf Offenbarung … und auf alle wichtigen Ereignisse im Leben wie Geburt, Eheschließung, Tod oder selbst den Umzug von einem Ort an einen anderen.“ Ganz gleich, worauf wir warten, wir können auf den Zeitplan des himmlischen Vaters vertrauen und im Glauben vorangehen.

Wirf nicht das Handtuch hin. Die Segnungen, die du dir in Rechtschaffenheit wünschst, sind in Reichweite. Werde nicht unruhig, wenn sie sich nicht so schnell einstellen, wie du es erwartest. Strebe stattdessen Zentimeter um Zentimeter auf dem Weg der Bündnisse voran und eigne dir unterwegs Fertigkeiten und Zuversicht an und entwickle gute Beziehungen. Denk darüber nach, was der Vater im Himmel dir vielleicht beibringen möchte oder wie er dir hilft, dich weiterzuentwickeln, während du auf die von dir angestrebten Segnungen wartest.

Wenn du beständig auf deine Ziele hinarbeitest und Glauben an den Zeitplan des Herrn ausübst, bist du auf dem richtigen Weg. Und wenn eine bestimmte Segnung eines Tages dann wahr wird, stellst du womöglich fest: Als du dachtest, das Universum habe „Nein“ gesagt, hat der Vater im Himmel einfach „noch nicht“ gesagt.

McKenzie Foster

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